wann ist coaching das richtige?

Es gibt viele Anlässe und Situationen, in denen Sie von Schreibcoaching profitieren können. Ich habe 26 davon zusammengestellt. So viele wie das Alphabet Buchstaben hat.
Gesammelt aus einer der wertvollsten Schatztruhen, die es gibt: die Literatur.


„Es gibt da Zipfel, die irgendwie geknüpft: zusammengeknüpft werden wollen – man kann sie nicht einfach so herunterhängen lassen, sie können nicht aussehen wie Diwanquasten.“ (Friederike Mayröcker – das zu Sehende, das zu Hörende)

In Ihren Texten erkennen Sie noch eine Menge sprachliche Zipfel und lose Enden. Alle hängen irgendwie miteinander zusammen. Wie können Sie diese komplexen Erzählfäden miteinander verknüpfen, ohne dass es unnötig kompliziert wirkt?


„Die oberste Frage an ein Kunstwerk ist, aus wie tiefem Leben es geboren ward.“ (James Joyce – Ulysses)

Ihnen ist es wichtig, nicht nur an der Oberfläche des Lebens zu kratzen. Ihre Literatur soll aus der Tiefe des Lebens geboren werden. Doch Sie fragen sich, welche stilistischen Möglichkeiten Sie haben, um diese Tiefe zu vermitteln.


„Manchmal hattest du Sehnsucht nach der Zeit, in der noch nichts entschieden war, der Zeit vor dem Anfang, als du noch hoffen konntest, dass die Entscheidung für eine der Möglichkeiten nicht alle anderen unerbittlich ausschließen würde.“ (Christa Wolf – Kindheitsmuster)

Sie haben schon vor längerer Zeit begonnen, ein Sachbuch zu schreiben, kommen aber irgendwie nicht weiter. Manchmal sehnen Sie sich danach, noch einmal ganz von vorn beginnen zu können. Nur: was genau würden Sie dann anders machen?


„Nun spielte er mit dem Gedanken, wie es ihm beliebte; warf ihn in die Luft und wandelte ihn um; ließ ihn verschwinden und fing ihn wieder auf; ließ ihn phantastisch funkeln und beflügelte ihn mit Paradoxien.“ (Oscar Wilde – Das Bildnis des Dorian Gray)

Sie haben Freude daran, mit verschiedenen literarischen Möglichkeiten gedanklich zu spielen. So haben sich im Laufe der Zeit viele Ideen-Varianten angesammelt, die Sie allesamt reizvoll finden. Allerdings ist es bisher bei diesen einzelnen Ideen geblieben. Jetzt wird es Zeit, Entscheidungen zu treffen und die Passendste tatsächlich umzusetzen.


„Wenn man mit Pferden beschäftigt ist, sehen alle, dass man beschäftigt ist, aber wenn man damit beschäftigt ist, ein Gedicht zu schreiben, sieht man aus als sei man in einem Zustand der Untätigkeit, und man kommt sich ein bisschen merkwürdig vor oder ist etwas verlegen, wenn man erklären soll, was vorgeht.“ (Alice Munro – Liebes Leben)

Sie sind gerade dabei, Ihre Rolle als schreibender Mensch zu definieren und Ihrer Schreibpersönlichkeit mehr Raum zu geben. Das fühlt sich richtig an, aber lange noch nicht selbstverständlich. Bis dies der Fall sein wird, wünschen Sie sich stärkende und unterstützende Begleitung.


„Mir fiel das Einschlafen immer schwerer.“ (Günter Grass – Die Blechtrommel)

Es passiert immer öfter, dass Sie nachts nicht schlafen können, weil Sie über Textstellen nachdenken, bei denen Sie nicht weiterkommen. Und tagsüber fällt es Ihnen schwer, diese nächtlichen Gedanken konstruktiv umzusetzen. Das wollen Sie jetzt ändern. Nicht zuletzt, um wieder besser schlafen zu können.


„Madame Bovary war noch nicht soweit wiederhergestellt, sich mit irgend etwas ernstlich beschäftigen zu können; übrigens warf sie sich allzu überstürzt auf diese Bücher.“ (Gustave Flaubert – Madame Bovary)

Sie wollen möglichst ideale Bedingungen in Ihrem Alltag schaffen, bevor Sie mit dem Schreiben beginnen werden und außerdem durch das Lesen guter Romane erst einmal herausfinden, wie diese konstruiert sind. Nun haben Sie erkannt, dass Sie auf diese Weise vermutlich nie beginnen werden. Das soll jetzt anders werden.


„Nun aber überlegte ich, ob ich die Geschichte nicht in irgendeiner entschärften Fassung erzählen sollte, aber ich sah ein, dass das unmöglich war.“ (Orhan Pamuk – Das Museum der Unschuld)

Das, was Sie schreiben, ist stark autobiografisch geprägt. Einerseits wollen Sie Ihre Ansichten deutlich zum Ausdruck bringen und sich nicht selbst zensieren, andererseits wollen Sie auf keinen Fall Jemanden verletzen. Wie lässt sich dieses Dilemma lösen?


„Worte haben eine Bedeutung, und Musiktöne ebenfalls. Was geschieht, wenn sich die beiden mächtigen Systeme der Sprache und der Musik zusammentun?“ (Margriet de Moor – Der Virtuose)

Sie sind ein musikalischer Mensch und wollen die Musikalität Ihrer Texte erhöhen: die Sprachmelodie, die stilistische Tonart und den Rhythmus Ihrer Sätze. Dafür wünschen Sie sich konkrete Anregungen.


„Es verging eine Zeit.“ (Märchen aus 1001 Nacht)

An Silvester haben Sie sich vorgenommen, dieses Jahr endlich mehr zu schreiben. Aber die Monate vergehen, und irgendwie scheint es schon wieder nicht zu klappen. Es fehlt Ihnen nicht nur Zeit, sondern auch Motivation und Disziplin.


„Das braune Laub
ist genauso kostbar wie
Schriftrollen vom Toten Meer.“
(Tomas Tranströmer – Das große Rätsel. Gedichte)

Die Natur spielt in Ihrem Leben eine wichtige Rolle. Das soll auch in Ihren Texten spürbar werden. Doch es ist gar nicht so einfach, diese höchst individuellen Empfindungen in passende Worte zu kleiden, ohne dass es beispielsweise kitschig wirkt.


„Ach wie vermochte ich denn Euch zu schreiben, in der zerrissenen Stimmung des Geistes, die mir bisher alle Gedanken verstörte!“ (E.T.A. Hoffmann – Der Sandmann)

Sie würden gern schreiben, finden aber keine innere Ruhe und Klarheit des Geistes. Wie kann es ihnen gelingen, weniger abhängig von Ihren Stimmungen zu sein oder diese Stimmungen literarisch zu nutzen?


„Ich will nun auch schreiben, was gewesen ist. Wie es gewesen ist.“ (Marguerite Duras – Der Liebhaber)

Die Zeit ist gekommen, in der Sie schreiben wollen, was und wie es gewesen ist. Nicht mehr und nicht weniger. Aber Sie spüren deutlich, dass dies ein hoher Anspruch ist, vielleicht sogar der höchste überhaupt. Wie können Sie diesem Anspruch konstruktiv begegnen?


„Bücher füllten bei uns die ganze Wohnung.“ (Amos Oz – eine Geschichte von Liebe und Finsternis)

Sie tauchen gern in Buchwelten ein und lieben das haptische Gefühl, ein schönes Buch in Händen zu halten. Und einer Ihrer Träume ist es, zwischen all diesen Büchern auch einmal ihr eigenes zu sehen.


„Für fünf Centavos lieferte sie Verse zum Gedenken, für sieben verschönte sie die Bedeutung der Träume, für neun schrieb sie Liebesbriefe, für zwölf erfand sie Beschimpfungen gegen Todfeinde. Sie verkaufte auch Geschichten, aber das waren keine ausgedachten, sondern wirkliche lange Geschichten.“ (Isabel Allende – Geschichten der Eva Luna)

Das Literaturgeschäft betrachten Sie durchaus nüchtern: Sie wollen den Markt bedienen und damit Geld verdienen. Gleichzeitig spüren Sie auch ein anderes Bedürfnis, nämlich Geschichten zu schreiben, die sich nicht an Marktgesetzen orientieren, sondern nur an Ihren eigenen. Aber das ist leichter gesagt als getan.


„Ja, jetzt musst du es mich schon erzählen lassen.“ (Javier Marias – Mein Herz so weiß)

Sie hören immer wieder, dass Sie Ihre interessanten Geschichten unbedingt aufschreiben sollten. Damit haben Sie vor kurzem tatsächlich begonnen. Sie sind mit den ersten Texten allerdings nicht zufrieden und haben gemerkt, dass es etwas vollkommen Anderes ist, eine Geschichte zu erzählen oder diese aufzuschreiben. Wie gehen Sie jetzt am besten vor?


„Reiser hatte damals schon seit länger als einem Jahre angefangen, sich ein Tagebuch zu machen, worin er alles, was ihm begegnete, aufschrieb.“ (Karl Philipp Moritz – Anton Reiser)

Es gab Zeiten, in denen Sie regelmäßig Tagebuch geschrieben haben. Daran wollen Sie wieder anknüpfen. Sie überlegen sogar, einige besondere Einträge auszuwählen und diesen eine literarische Form zu geben. Aber will das überhaupt Jemand lesen?


„C. ist ein außergewöhnlich begabter Poet und Poetologe, doch lähmen ihn häufig Schreibhemmungen und morbide Selbstzweifel sowie (was bei einem Menschen, der vollkommen ohne Arg ist, überraschen mag) langwierige Zerwürfnisse und Streitigkeiten über meist belanglose oder abstrakte Prinzipien.“ (Paul Auster – Das rote Notizbuch)

Sie sind ganz offensichtlich talentiert und es wird Ihnen bestätigt, dass Ihre Texte gut ist. Dennoch zweifeln Sie immer wieder daran. Das hemmt sowohl Ihren Schreibfluss als auch Ihre Freude am Schreiben allgemein. Diesen Zustand wollen Sie nun ändern, damit Ihre Begabung sich auf beste Weise entfalten kann.


„Ich habe ausgerechnet, dass auf der Welt jede Sekunde zwei bis drei erfundene Figuren getauft werden.“ (Milan Kundera – Das Buch vom Lachen und Vergessen)

Nicht nur Ihre realen Mitmenschen, sondern auch Ihre Fantasie inspirieren Sie zu allen möglichen faszinierenden Figuren. Nur die passenden Geschichten dazu lassen sich nicht so leicht finden. Ansätze dafür sind da. Aber mehr auch nicht.


„Die Welt aber, wenn man sich dermaßen von ihr abwendet, schafft ihrerseits den ab, der sie nicht wahrhaben will.“ (Brigitte Kronauer – Die Frau in den Kissen)

In Ihrem Schreiben ziehen Sie sich immer weiter von der Welt zurück. Jetzt wollen Sie wieder Kontakt zur Außenwelt aufnehmen, haben aber Sorge, dass sich dies negativ auf Ihre Fantasie und die Kraft Ihrer inneren Bilder auswirken könnte. Wie lässt sich beides verbinden?


„Ich bin wieder angekommen in meinem Sommerdomizil. Die herrenlose Katze hat sich wieder zum Fressen eingefunden und löscht damit neun Monate Abwesenheit aus, die Palmen sind um einen unsichtbaren Zentimeter gewachsen und ich entdecke die Bücher wieder, die ich vergessen hatte.“ (Cees Nooteboom – Die Insel, das Land)

Im Urlaub haben Sie sich Zeit fürs Lesen und Schreiben genommen. Dabei ist ein kleines Reisetagebuch entstanden und die Idee, aus Ihren Notizen etwas Literarisches zu entwickeln. Aber seit Sie aus dem Urlaub zurück sind, zweifeln Sie nicht nur an Ihrer Idee, sondern haben auch keine Ahnung, wie Sie diese umsetzen könnten.


„Eine engagierte Literatur gibt es nicht. Der Begriff ist ein Widerspruch in sich. Es gibt engagierte Menschen, aber keine engagierten Schriftsteller.“ (Peter Handke – Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturms)

Sie sind ein engagierter Mensch. Und auch Ihr Schreiben soll sich engagieren: für die Überzeugungen und Werte, die Ihnen wichtig sind. Sie haben allerdings den Verdacht, dass Ihre Texte manchmal zu moralisch wirken und zu wenig unterhaltsam sind.


„Sie lebten in einem Zustand tiefer Zufriedenheit und Fülle, jenseits der Worte.“ (James Salter – Lichtjahre)

Genau das ist die Herausforderung, vor der Sie stehen: Worte für etwas zu finden, dessen Essenz jenseits der Worte liegt. Von dieser Möglichkeit sind Sie außerordentlich fasziniert. Nur: wie können Sie dieser Herausforderung literarisch begegnen?


„So vollzog sich alles wirklich mit einem Maximum an Schnelligkeit und einem Minimum an Risiken.“ (Albert Camus – Die Pest)

Für Sie ist entscheidend, mit Hilfe von Coaching noch schneller Ihr Manuskript zu Ende zu bringen, als wenn Sie für sich alleine schreiben oder sich einer Gruppe anschließen würden. Außerdem wollen Sie Risiken wie beispielsweise schreibstrategische Sackgassen weitestgehend minimieren.