Am Morgen eines Tages Ende Oktober, kaum dass die ersten Tropfen des schier endlosen…
Die Berlinale ist vorbei und ich komme gerade vom Satans Tango nach Hause siebeneinhalbstunden Film konnte allerdings nur bis zur ersten Pause bleiben weil während der Berlinale jede Menge liegengeblieben ist und ab morgen wieder jede Menge Termine…

doch Berlin hat mit dem grauen matschigen Regenwetter die dystopische Regenschwarzweißfilmstimmung für mich in den Nachhausewegverlängert Danke im Kinofoyer ein großes Foto von Regisseur Béla Tarr, dem Meistererzähler, vor wenigen Wochen verstorben und künstlerisch eng verbunden mit Drehbuchautor und Schriftsteller László Krasznahorkai, Literaturnobelpreisträger von 2025 und Satans Tango sein erstes Buch und ich erinnere mich nicht, ob dieser Roman bereits aus seinen langen oft sehr langen Sätzen besteht und kein einziger Punkt dafür jede Menge Assoziationen und eine Idee folgt der nächsten es scheint ungeordnet aber ist es natürlich nicht alles hängt mit allem zusammen und im Film gibt es diese wunderschönen ewiglangen ewiglangsamen Kamerafahrten, meditatives Slow Cinema und mir schien als habe die Kamera die Erzählstimme übernommen oder halt, sie teilt sie sich mit der Figur des alten kranken Doktors, der über alle Bewohner des kleinen maroden südostungarischen regengraumatschigen Dorfes Aufzeichnungen macht und der am Ende des Romans zurück aus dem Krankenhaus mit einer neuen Aufzeichnung beginnt: er schreibt in sein Heft die ersten Sätze des Romans: Am Morgen eines Tages Ende Oktober, kaum dass die ersten Tropfen des schier endlosen… und während ich in dieser Minute und als Hommage an Krasznahorkai diese Ohnepunktzeilen tippe läuft der Film immer noch im Kino Krokodil und wenn dieser Film vorbei ist dann ist auch die Berlinale endgültig vorbei.
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