23. Juni 2026

DER JUNGE… TEXT MUSS AN DIE FRISCHE LUFT

Als ich heute morgen nach meiner Walking Runde im Park eine Straße überquere, ruft mir ein Jogger, der gerade vorbeitrabt „Super Outfit!“ entgegen (was mit Sicherheit an meinem Second Hand 70er Jahre Castelli Profiradsportshirt voller Sponsoring Logos liegt, das ich wegen der kleinen Rückentaschen für Dinge wie Schlüssel und Wasserflasche liebe).

Danke… aber IHR Outfit ist nicht zu toppen“ rufe ich ihm hinterher.

„Ich will Luft an meinen Körper ranlassen!“ antwortet er mir über die linke Schulter und mit hörbarer Disziplin und ich denke, ja: das, was für Menschenkörper gilt, gilt auch für Textkörper: da muss man Luft ranlassen. Und zwar nicht erst, wenn sie einige Bearbeitungsvorgänge hinter sich haben, sondern möglichst bald, wenn die Textkörper noch jung sind. Alle Worthülsen und -hüllen und alle störenden Verkleidungen muss man so schnell wie möglich fallen lassen, bevor man sie zu liebgewonnen hat und nicht mehr auf sie verzichten möchte. Ehrliche Haut zeigen. Im Leben wie in Texten.

Also hab‘ ich schnell mein Smartphone aus einer dieser Profiradsportshirtrückentaschen gezogen und dieses wacklige Foto für euch gemacht.

P.S.: Sorry, schon wieder Sport.

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