11. Dezember 2010

LIEBLINGSFLOPS

Heute muss ich eine Ausnahme machen, und ein P.S. zu meinem gestrigen Eintrag schreiben. Grund: nachdem ich den Eintrag online gestellt hatte, habe ich mir die Wiederholung der aspekte-Sendung angesehen. Hans Magnus Enzensberger erzählte gerade von der Bedeutung des Scheiterns anlässlich seines neuen Buches ’Meine Lieblingsflops’.

„Der Flop ist ein wunderbares Hilfsmittel, eine Therapie geradezu, weil der Künstler an sich neigt ja zum Größenwahn, zum Narzissmus, zu Eitelkeit, zu all diesen Berufskrankheiten. Und wenn die Sachen schiefgehen, ist die Sache irgendwie redimensioniert.“

Mich hat das Interview angeregt und amüsiert (wie es mir mit Enzensberger immer geht), und plötzlich dachte ich: Halt! Im eigenen Schreiblabyrinthgarten verloren gegangen zu sein und das Gefühl des Scheiterns zu haben: wie gut! Ein tagesaktueller Flop sozusagen, in den man sich verrannt hat.

Also: lassen Sie Ihr Handy in der Tasche! Rufen Sie mich nicht an! Holen Sie stattdessen tief Luft und genießen diese heilsame „Redimensionierung“…

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